Allgemeine Fragen zum Projekt:

1. Was bedeutet der Begriff 'TaBuLa' bzw. 'TaBuLa-LOG'?

TaBuLa ist die Abkürzung für „Testzentrum für autonome Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg“. Damit wird umschrieben, dass in einer Testumgebung im Kreis Herzogtum Lauenburg Tests für den Einsatz von automatisierten bzw. autonomen Bussen durchgeführt werden. Der Zusatz "LOG" steht für die Integration einer Logistik-Komponente in Form eines Transportroboters.

2. Was sind die Projektziele?

Im Projekt TaBuLa sollen Möglichkeiten und Hindernisse des Einsatzes automatisierter und vernetzter Fahrzeuge im Nahverkehr untersucht werden. Darüber hinaus soll ein Testfeld für automatisierte Busverkehre unter echten Verkehrsbedingungen entwickelt werden.

3. Wer sind die Projektpartner*innen und Unterstützer*innen?

Alle Infos zum Projektteam sind hier zu finden.

4. Was ist der Unterschied zwischen dem autonomen und dem automatisierten Fahren?

Beim (hoch-)automatisierten Fahren übernimmt das Fahrzeug nur für ausgewählte Situationen die Steuerung und die Fahrtüberwachung. Beim vollautomatisierten oder autonomen Fahren übernimmt das Fahrzeug die gesamte Steuerung und die Fahrtüberwachung in allen Situationen. Der Fahrer wird zum Passagier.

5. Was kostet das Projekt?

Das Projektvolumen von TaBula beträgt 2,25 Mio. Euro, davon werden 1,92 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) getragen.

Das Projektvolumen von TaBuLa-LOG beträgt 1,99 Mio. Euro, davon werden 1,79 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) getragen.

Fragen zum TaBuLa-Shuttle:

1. Ist der Bus barrierefrei?

Der Bus ist barrierefrei einsetzbar. Er hat keine Stufe im Fahrzeuginneren und besitzt eine ausklappbare Rampe (belastbar bis 350 kg). Zudem werden mehrere Haltestellen möglichst so eingerichtet, dass ein nahezu niveaugleiches Einsteigen sichergestellt wird. Auf der Streckenkarte ist angegeben, welche Haltestellen mit Rollstuhl nutzbar sind.

2. Wie schnell fährt der Bus?

Die Bus-Shuttle in Lauenburg fahren für das Projekt mit ma. 18 km/h.

3. Wie wird für die Sicherheit im Straßenverkehr gesorgt?

Alle derzeit erhältlichen autonomen Fahrzeuge verfügen über Kameras und Lidar-Sensoren. Lidar steht für „Light detection and ranging“. Das Lidar-System ist eine Art Scanner. Das Erkennen von Hindernissen in einem vorgegebenen Gefahrenbereich ist somit garantiert. Zudem fahren die Fahrzeuge passiv und reagieren bei jeder potenziellen Gefahrensituation sehr vorsichtig. Im Fahrzeug selber befindet sich immer ein Fahrzeugbegleiter, der die Funktion eines Fahrzeugführers übernimmt.

4. Wer ist Betreiber des Kleinbusses?

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH sind Betreiber der automatisierten Kleinbusse.

Fragen zum Fahrbetrieb:

1. Wie sind die Fahrzeiten / Wann fährt der Bus / Woher weiß ich wann der Bus kommt?

Die aktuellen Fahrgastinformationen inklusive einer Echtzeitübertragung des Standortes des Busses finden Sie stets hier auf unserer Website.

2. Warum fährt der Bus nicht immer nach Fahrplan?

Da es ein Testversuch ist, kann es zu Forschungszwecken an einzelnen Tagen sinnvoll sein, den Bus außer Betrieb zu nehmen.

3. Kostet die Mitfahrt Geld? / Was kostet eine Fahrkarte?

Weil es ein Testbetrieb ist und das Projektgefördert wird, ist die Mitfahrt für alle Fahrgäste kostenlos.

4. Bremst der Bus bei Hindernissen?/ Weicht der Bus Hindernissen aus?

Bei plötzlich auftretenden Hindernissen bremst das Fahrzeug automatisch. Nach derzeitigem Stand kann nur ausgewichen werden, wenn die Begleitperson das Fahrzeug manuell bedient.

5. Können die Fahrgäste den Bus jederzeit verlassen?

Der reguläre Ein- und Ausstieg in und aus dem Bus ist nur an den Haltestellen vorgesehen.
Liegt jedoch ein Notfall vor, ist das Verlassen des Fahrzeugs garantiert. Die Fahrgäste können die Tür über einen gut erreichbaren Schalter im Fahrzeuginneren oder auch per Hand öffnen, ebenso ist eine Öffnung von außen möglich. Bei Störungen kann auch die Leitstelle die Öffnung der Tür und damit das Verlassen des Fahrzeuges auslösen.

Fragen zu rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Einsatz von automatisierten Fahrzeugen:

1. Wo dürfen automatisierte Fahrzeuge derzeit fahren?

Nach derzeitiger Rechtslage dürfen hochautomatisiert oder autonom fahrende Fahrzeuge ohne Begleiter nur auf Privatgelände fahren, da dort die Straßenverkehrsordnung nicht gilt. Darüber hinaus ist ein Einsatz dort möglich, wo die Straßenverkehrsbehörden den Einsatz solcher Fahrzeuge über eine Ausnahmegenehmigung regeln. Mit der heutigen Gesetzeslage wird ein Einsatz auf öffentlichen Straßen grundsätzlich nur möglich, wenn ein Fahrzeugbegleiter (Operator/ Steward) das Fahrzeug jederzeit übernehmen kann.

2. Wo fahren automatisierte Fahrzeuge schon?

Hochautomatisierte Kleinbusse werden in mehreren Dutzend Testfeldern in Europa, Asien, Australien und Amerika eingesetzt. Einige Beispiele können Sie folgendem Link entnehmen:
https://www.bmvi.de/DE/Themen/Digitales/AVF-Forschungsprogramm/Projekte/avf-projekte.html

3. Auf welchen rechtlichen Grundlagen basiert die Genehmigung von automatisierten Bussen?

Fahrzeugeinsatz: Für den Einsatz von automatisierten Bussen mit Fahrgästen im öffentlichen Straßenraum muss eine Zulassungserfordernis nach den Anforderungen aus Straßenverkehrsgesetz (StVG), Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), Straßenverkehrsordnung (StVO) und Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) erfolgen, weil es sich um Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h handelt.
Personenbeförderung: Hinzu kommen die Anforderungen aus dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG), das die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen regelt.

4. Wer erteilt die Genehmigungen für den Einsatz des Busses in Lauenburg/Elbe?

Fahrzeugeinsatz: Die erforderliche Einzelbetriebserlaubnis gemäß §21 StVZO wird von der zuständigen Genehmigungsbehörde erteilt, welche die nach Landesrecht zuständige Stelle am Ort des Unternehmenssitzes bzw. der beteiligten Niederlassung des Halters vom Fahrzeug ist. Vorzulegen ist dafür ein Gutachten einer Technischen Prüfstelle (z. B. TÜV Nord Mobilität), die zum einen die technischen Vorschriften und zum anderen davon abweichende Ausnahmen gem. §70 StVZO und §47 FZV am konkreten Fahrzeug prüft.
Voraussetzung für die Genehmigung ist außerdem der ausschließliche Betrieb auf der im Verfahren konkret angegeben Strecke. Im Rahmen des Verfahrens werden neben der genehmigenden Behörde u. a. betroffene Straßenbaulastträger, Kreise und Stadt beteiligt.
Personenbeförderung: Für die Genehmigung des Linienverkehrs (eine zwischen bestimmten Ausgangs- und Endpunkten eingerichtete regelmäßige Verkehrsverbindung, auf der Fahrgäste an bestimmten Haltestellen ein- und aussteigen können) ist nach Personenbeförderungsgesetz (PBefG) die zuständige Genehmigungsbehörde für den Ort der Leistungserbringung zuständig. Konkret werden die Anträge hierfür vom Kreis Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in Kiel bearbeitet.

5. Ist der Bus eine Konkurrenz des öffentlichen Nahverkehrs oder eine Ergänzung?

Der Testbetrieb stellt keine Konkurrenz für das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in Lauenburg/Elbe dar.
Die Erwartung allgemein ist, dass die bisher verfügbaren Minibusse die Aufgaben der Feinerschließung und der letzten Meile übernehmen werden und somit eine Ergänzung bzw. sogar eine Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs darstellen können.

6. Welche Auswirkungen haben Projekte wie TaBuLa auf das Berufsbild des Busfahrers?

TaBuLa ist eines von mehreren Förderprojekten mit automatisierten Minibussen. Diese Projekte finden in Testanwendungen statt, wo heute meist keine öffentlichen Verkehre angeboten werden. Sie ersetzen also keine heute vorhandenen Verkehre.
Mittelfristig können die Minibusse gerade dort Verkehrsaufgaben übernehmen, wo der konventionelle Bus aufgrund seines Antriebes, seiner Größe oder einer unwirtschaftlichen Platzierung an seine Grenzen stößt. Auswirkungen auf das Berufsbild des Busfahrers sind jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erwarten.

Fragen zu Laura, dem Transportroboter:

1. Was heißt "Laura"?

Laura steht für "Lauenburgs Automatisierte Roboter Auslieferung".

2. Wie groß ist Laura?

Laura ist ca. 51cm lang, 43cm breit und 62cm hoch.

3. Wie schnell fährt Laura?

Laura fährt maximal 6 km/h, also in etwa Schrittgeschwindigkeit.

4. Wird Laura immer von einer Aufsichtsperson begleitet?

Ja, Laura wird über die gesamte Laufzeit des Projekts immer von einer Aufsichtsperson, einem „Buddy“, begleitet.

5. Welche Daten wird Laura von der Umgebung benötigen?

Die wichtigsten Informationen für Laura sind die, die ihr erlauben festzustellen, wo sie sich gerade befindet. Dafür werden unterschiedliche 3D Sensoren (Stereo-Kameras, Laserscanner) verwendet. Wenn Sie auf das TaBuLa-Shuttle wartet, wird sie sich außerdem mit Hilfe von „normalen“ Kameras nach dem Shuttle umschauen.

6. Werde ich gefilmt, wenn Laura an mir vorbeifährt?

Lauras 3D-Sensorik ist permanent aktiv und nimmt permanent Daten auf. Personen werden von diesen Sensoren zwar erfasst, können aber in den Daten nicht erkannt werden. Wenn Laura auf das TaBuLa-Shuttle wartet, benutzt sie zusätzlich eine „normale“ Kamera, um nach dem Shuttle Ausschau zu halten. Diese Kameras filmen auch Personen, die an Laura vorbeigehen. Das Bildmaterial wird aber von Laura sofort verarbeitet und wieder gelöscht.

7. Inwieweit muss die Infrastruktur angepasst werden? (z.B. muss LSA Signale an den Bus senden?)

Für den Betrieb von Laura müssen keine technischen Änderungen an der Infrastruktur in Lauenburg vorgenommen werden. Sie wird aber das Podest, das einen barrierefreien Einstieg an der Shuttle-Haltestelle am Kirchplatz erlaubt, benutzen.

Fragen zum Einsatz von Laura in Lauenburg:

1. Wie viele Transportroboter wird es in Lauenburg geben?

Es wird nur ein Roboter in Lauenburg fahren. Es gibt aber noch einen zweiten in der Werkstatt des Instituts für Technische Logistik, an dem die Entwicklungsarbeit parallel zum Betrieb in Lauenburg fortgesetzt wird.

2. Kann ich über TaBuLa-LOG meinen Einkauf nach Hause oder eigene Waren liefern lassen?

Nein, Laura wird ausschließlich die Post der Lauenburger Verwaltung transportieren.

3. Kann Laura mir auch auf der öffentlichen Straße begegnen?

Ja, Laura wird den Großteil ihres Arbeitstages am Amtsplatz unterwegs sein, sie wird aber auch zwischendurch im und um das Elbschifffahrtsmuseum zu sehen sein.

4. Wird Laura nach der Testphase auch woanders eingesetzt?

Es wird natürlich nach weiteren Einsatzgebieten für Laura gesucht, bisher gibt es dahingehend aber noch keine konkreten Pläne.

Fragen zu Laura und dem Shuttle:

1. Wie viele Personen können im Shuttle mitfahren, wenn Laura mitfährt?

Corona-bedingt können aktuell allgemein maximal 3 Personen mitfahren.

2. Wie sicher ist der Transport von Laura im Shuttle?

Das Thema Sicherheit ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Entwicklung von Laura und die Fahrt im Shuttle spielt da natürlich auch eine große Rolle. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, werden in der Entwicklungsphase in Zusammenarbeit mit dem TÜV Nord eine Risikoanalyse und ein Sicherheitskonzept erstellt und anschließend vom TÜV geprüft. Beispielsweise ist im Fall einer Notfallbremsung der Transportroboter gesichert, sodass der Schutz der Mitfahrenden zu jeder Zeit gewährleistet ist.

3. Kann es zum Zusammenstoß von Laura und Fahrgast kommen (fährt er dem Fahrgast über die Füße?)

Laura ist mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet, die das verhindern. Und sollte sie einem Fahrgast doch mal etwas zu Nahekommen, kann die Begleitperson jederzeit eingreifen.

4. Ändert sich die Fahrtstrecke des Shuttles durch den Roboter?

Nein, die Fahrstrecken des Shuttles für den Personentransport ändern sich nicht. Das Shuttle wird aber für die Postbeförderung viermal täglich die Haltestelle Fürstengarten anfahren.

5. Was macht Laura, wenn das Shuttle voll ist, wenn sie einsteigen will?

In dem Fall kann Laura nicht einsteigen und muss auf das nächste Shuttle warten.

6. Wird online auch angezeigt, wann Laura mitfährt?

Nein, diese Funktion ist bisher nicht geplant.