Projekthistorie - von TaBuLa zu TaBuLa-LOG

Hier geht es zum Erklär-Video des TaBuLa-Shuttles

Der Beginn im Jahr 2017

Ob historische Zentren von Kleinstädten, großflächige suburbane Eigenheimsiedlungen oder ländliche Räume – viele Raumkategorien stellen den Betrieb des konventionellen öffentlichen Personenverkehrs vor erhebliche Herausforderungen. Die Idee zum Projekt TaBuLa wurde im Jahr 2017 als mögliche Lösung für die Besonderheiten im ländlichen Raum direkt vor Ort im Kreis Herzogtum Lauenburg geboren. Im Forschungsprojekt sollten Potenziale und Hemmnisse beim Einsatz automatisierter und vernetzter Fahrzeuge im ÖPNV untersucht werden, indem eine Testumgebung für autonome Busverkehre implementiert werden sollte. Diese wurde in der Stadt Lauenburg/Elbe im Kreis Herzogtum Lauenburg aufgebaut, die exemplarisch für die Kategorie der Kleinstädte in ländlich geprägten Räumen steht, damit die Projektergebnisse übertragbar sind. Gleichzeitig bietet die Stadt Lauenburg/Elbe spannende Herausforderungen, wie unregelmäßiges Großpflaster und schmale Gassen in der Altstadt, starke und lange Neigungen sowie eine vielbefahrene Bundesstraße mit mehreren Ampeln. Auch die Interaktion des automatisierten Busses sollte im Rahmen von wissenschaftlichen Akzeptanz- und Begleitstudien mit Fahrgästen und anderen Verkehrsteilnehmern ausgiebig untersucht werden.

Die iterative Streckenimplementierung und Betriebsaufnahme in den Jahren 2019 und 2020

Nach der Bewilligung von Fördermitteln im Jahr 2018 wurde als Abschluss eines europaweiten Teilnahmewettbewerbes im Juni 2019 zunächst ein automatisiertes Fahrzeug nach Lauenburg gebracht. Das Shuttle der Firma NAVYA ist mit Hilfe von bordeigenen Akkus elektrisch angetrieben und besitzt für die besonderen Herausforderungen in Lauenburg einen Allradantrieb.

Zunächst konnten der ZOB und der Fürstengarten in Lauenburg/Elbe verbunden werden (Strecke 1). Anschließend wurde die Route um einen Abschnitt der Bundesstraße B 5 / B 209 Berliner Straße mit zwei Lichtsignalanlagen erweitert (Strecke 2). In der letzten Stufe wurde die Ringlinie um die Unterstadt ergänzt, so dass Altstadt und Oberstadt durch das Shuttle auf einer europaweit einzigartigen Strecke erschlossen wurden (Strecke 3). Fahrgäste können seit Oktober 2019 kostenfrei zusteigen und das automatisierte Fahren erfahren. Das vorhandene Busliniennetz ist dabei in vollem Umfang erhalten geblieben und für den temporären Probebetrieb um die dargestellte Fahrtroute und das Fahrzeug ergänzt.

 

Die Idee zur Weiterentwicklung ab 2019

Nachdem die Teststrecke für autonome Busverkehre unter realen Bedingungen errichtet und der Betrieb in den ÖPNV in Lauenburg/Elbe implementiert wurde, kam die Idee auf, das Projekt TaBuLa um eine Logistikkomponente zu erweitern. Auch diese sollte dabei natürlich automatisiert sein. Ein Wandel vom traditionellen zum kombinierten System, bei dem Waren und Personen gemeinsam befördert werden, verlangt nach neuen Mobilitätskonzepten. Diese werden nun seit Januar 2020 auf dem im Projekt TaBuLa eingeführten Testfeld unter dem Namen TaBuLa-LOG weiter erforscht. Für TaBuLa-LOG ist neben Laura, einem Transportroboter, auch ein zweites Personenshuttle im Testzentrum in Lauenburg/Elbe hinzugekommen.

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